Solar Plug and Play – Photovoltaik für alle

Solar Plug and Play – Photovoltaik für alle

Die Installation von einer Mini-PV-Anlage, umgangssprachlich auch "Balkonkraftwerk" genannt, ist dank neuester Technologien so einfach wie noch nie. Die heute verfügbaren Lösungen versprechen tatsächlich einen simplen "Solar plug and play" Ansatz, den wirklich jeder beherrschen kann. Mit genormten Stecksystemen und einer detaillierten sowie leicht verständlichen Anleitung wirst auch du zum Solar-Profi.

Solar Plug and Play - was heißt das genau?

Plug and Play ist ein Begriff aus der Computertechnologie. Er beschreibt den Zusammenbau von Modulen über genormte Steckverbindungen (die "Plugs") und der anschließend unmittelbaren Verwendbarkeit ("Play") des Geräts. Dazu gehört beispielsweise die Installation von Monitoren, Druckern, externen Laufwerken usw.

Vor allem im elektronischen und elektrotechnischen Bereich beschreibt Plug and Play alles, was sich mit wenigen Handgriffen und ohne vorherige Fachkenntnisse zusammenbauen lässt. Dazu gehören heute auch die Mini-PV-Anlagen. So kam es zum Begriff "Solar Plug and Play".

 

Plug and Play Anlage am Balkon

Was gehört alles zu Solar Plug and Play?

Unter einer "Solar Plug and Play" Anlage versteht man eine Mini Photovoltaikanlage, die von Laien montiert werden kann. Grundsätzlich gilt, dass alles montiert werden darf, was in genormten Steckverbindungen endet. Die hierbei verwendeten Bauteile sind so ausgelegt, dass sie als "Plug and Play Solaranlage" gelten.

Die Solar Plug and Play Anlage besteht aus folgenden Komponenten:

  • Solarmodule
  • Wechselrichter
  • Verkabelung
  • Halterung

Die Solarmodule sind die eigentlichen Kraftwerke. Sie bestehen aus großflächigen Solarzellen. Sobald Sonnenlicht auf sie trifft, wandeln sie es in elektrischen Strom um. Bei maximaler Sonneneinstrahlung ist die Stromabgabe am höchsten. Ohne Lichteinfall schalten die Module ab und liefern keine Spannung.

Solar Plug and Play Anlagen können nicht falsch gesteckt werden

Die Verkabelung von einer Plug and Play Solaranlage ist genormt. Genau das ist es, was sie so einfach in der Installation macht. Die Form der Stecker macht es unmöglich, einen Fehler zu begehen. So wird der Aufbau des Balkonkraftwerks schnell und einfach.

Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln

Solarmodule geben grundsätzlich Gleichstrom ab. Um diesen im Haus nutzen zu können, muss er in Wechselstrom umgewandelt werden. Auch muss die von den Modulen gelieferte Spannung auf die Hausspannung von 240 Volt umtransformiert werden, sonst ist der gelieferte Strom nicht nutzbar. Variabel ist nur die Stromstärke. Diese nimmt mit dem Grad der Sonneneinstrahlung auf die Plug and Play Solaranlage zu und am Sonnenuntergang wieder ab. Moderne Wechselrichter haben zudem eine WLAN Schnittstelle. Damit kannst du die Arbeit von deiner Solaranlage live überwachen. Die entsprechende App erhältst du bei uns gleich dazu.

Plug and Play Anlage aus der Nähe

Aufstellungsorte gründlich wählen

Für den Aufstellungsort deiner Plug and Play Solaranlage müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Sonnenfläche, möglichst unbeschattet
  • Größe und Leistung gesetzeskonform
  • Mieter oder Miteigentümer sind informiert.
  • Aufstellung nur auf privatem Grund.

Die Plug and Play Solaranlage wird auch "Balkonkraftwerk" genannt. Das ist aber nur eine umgangssprachliche Bezeichnung und heißt nicht, dass sie nur auf dem Balkon angebracht werden darf. Du kannst die PV-Anlage auch im Garten, auf deiner Garage oder an der Fassade aufhängen. Wenn das Haus, an dem du das Balkonkraftwerk installieren möchtest, dir gehört, brauchst du kaum Rücksicht zu nehmen. 

Lediglich Denkmalschutz oder örtliche Bauvorschriften solltest du beachten. Als Mieter oder Miteigentümer solltest du aber zumindest deinen Vermieter oder die Hausgemeinschaft informieren. Verbieten kann man dir das Aufstellen einer Solaranlage nur dann, wenn dadurch Schäden entstehen können. So ist die Montage an der Hauswand bzw. Fassade ungünstig, wenn du dadurch ein Wärmedämm-Verbundsystem beschädigen musst.

Du hast die Wahl, deine Plug and Play Solaranlage liegend oder hängend aufzubauen. Bei der liegenden Montage ist ein Winkel zwischen 30 und 40 Grad ideal. Bei der hängenden Montage wählst du einen Winkel von 70 Grad. So erhältst du bei strikt südlicher Ausrichtung den optimalen Ertrag, solange deine Solarmodule nicht beschattet werden.

Menschen tragen Plug and Play Anlage eine Wendeltreppe hoch

Das geht mit einem Solar Plug and Play Balkonkraftwerk

Ein Balkonkraftwerk erfüllt folgende Bedingungen:

  • 800 Watt Einspeiseleistung insgesamt pro Haushalt
  • sichere und legale Montage
  • Verwendung eines zulässigen Stromzählers

Die Einspeiseleistung von 800 Watt wird heute von Solarmodulen mit einer Leistung von 1000 Watt sicher erreicht. Deren Verwendung ist daher zulässig und nicht genehmigungspflichtig. Jedoch bist du als Betreiber von einer Photovoltaikanlage in vielen Teilen Deutschlands derzeit noch dazu verpflichtet, diese anzumelden. Solange das neue Solarpaket der BMWK nicht offiziell gilt, solltest du dich über die lokalen Bestimmungen bei deinem Netzbetreiber informieren. Die Anleitung zur Anmeldung findest du im Beitrag Balkonkraftwerk anschließen

Gleiches gilt für die Vorgabe, dass der Stromzähler mit einer Rücklaufsperre ausgerüstet sein muss. Auch diese wird im Laufe des Jahres aufgehoben. Einen Zähler mit Rücklaufsperre erkennst du an diesem Symbol: Ein Zahnrad mit einer rechts angebrachten Kralle. 

Balkonkraftwerk 600 Watt am Balkon

Geld sparen oder Geld verdienen mit der Plug and Play Solaranlage?

Die Plug and Play Solaranlage eignet sich nur für das Herstellen von elektrischem Strom für den Eigenverbrauch. Für die Einspeisung in das öffentliche Netz ist die Leistung zu gering. In Zahlen bedeutet dies:

  • Kosten Kilowattstunde vom Stromversorger: Ca. 40 Cent
  • Einspeisevergütung pro Kilowattstunde durch den Stromversorger: 8 Cent
  • Tagesleistung einer 800 Watt Plug and Play Solaranlage: 4,8 kWh.

Du siehst, das Verhältnis zwischen eingesparten Stromkosten zu verkaufter Kilowattstunde beträgt 1:5. Es ist daher nicht sinnvoll, den Strom einer Solar Plug and Play Anlage verkaufen zu wollen. Der Kauf einer Anlage lohnt sich dennoch. 4,8 kWh sind ca. 2 Euro Stromkosten - am Tag! Die sparst du bereits mit einer Anlage für unter 600 Euro ein. Damit amortisiert sich die Solaranlage schon im ersten Jahr.

Wenn du wirklich ein zweites Einkommen über Solarstrom generieren willst, kannst du beispielsweise in einen Solarpark investieren. Das ist ein langfristiges und sicheres Investment mit gut planbaren Renditen. Die Sonne wird immer scheinen und du kannst davon profitieren, sei es durch Einsparung oder durch Stromverkauf.

Wie den Eigenverbrauch optimieren?

Eine Plug and Play Solaranlage ist für die Reduzierung des Zukaufteils vom verbrauchten Strom ausgelegt. Wenn sie Strom liefert, senkt sie den Stromverbrauch im Haushalt. Das ist vor allem für die Dauerverbraucher interessant. Dazu zählen folgende Komponenten:

  • Warmwasser-Förderpumpe der Heizung: 4-20 kWh/Tag
  • Kühlschrank: 0,25 kWh pro Tag
  • Stand-by-Geräte und Ladestationen: ca. 0,2 kWh/Tag
  • Alarmanlagen und Smart-Home-Anlagen: ca 0,2 kWh/Tag

Sobald du eine Warmwasser-Förderpumpe betreibst, hast du einen dankbaren Verbraucher, der dir kontinuierlich den Strom aus dem PV-Modul abnimmt. Hast du ein anderes Heizsystem, kannst du über eine Optimierung deiner Plug and Play Solaranlage nachdenken. Dazu eignen sich beispielsweise Stromspeicher. Für eine kleine Anlage genügt ein Speicher mit einer Kapazität von 1-2 kWh. Größere Balkonkraftwerke sind mit einem Batteriespeicher mit einer Kapazität von 3 bis 4 kWh gut ausgerüstet. Damit liefert das eigene Kraftwerk auch dann Strom, wenn die Sonne untergegangen ist.

Batteriespeicher Balkonkraftwerk

Batteriespeicher für das Balkonkraftwerk - ja oder nein?

Dennoch sollte die Verwendung eines Batteriespeichers wohlüberlegt sein. Zwar steigert sich damit der Wirkungsgrad der Anlage. Das ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Anlage mehr Strom liefert, als beim absolut niedrigsten Stromverbrauch von der Grundlast des Hauses abgenommen wird. Wie oben erwähnt, genügt bereits eine Wärmepumpe, um einen Akku unnötig zu machen. Batteriespeicher haben drei Probleme, denen du begegneten musst:

  • hohe Anschaffungskosten
  • geringere Lebensdauer als die Solaranlage

Ein Stromspeicher kostet heute praktisch genauso viel wie der Rest von deiner Plug and Play Solaranlage. Damit verdoppelt sich die Zeit, in welcher sich dein Balkonkraftwerk amortisiert hat. Eine Mini-PV-Anlage hat eine Lebensdauer von maximal 30 Jahren. Die schafft ein Batteriespeicher nur zu Hälfte. Darum brauchst du für die gesamte Lebensdauer deiner Solar Plug and Play Anlage gleich zwei Akkus. Damit verdreifacht sich der Anschaffungspreis deiner Plug and Play Solaranlage.

Wir empfehlen dir deshalb, vor dem Kauf eines Stromspeichers deinen Stromverbrauch gründlich zu analysieren und alle Einsparpotenziale auszunutzen. Wenn danach klar ist, dass deine Plug and Play Solaranlage mehr Strom liefert als deine Grundlast verbraucht, kannst du über den Einsatz von einem Stromspeicher nachdenken.

Solar Plug and Play - einfacher geht es nicht

Der größte Vorteil einer Plug and Play Solaranlage ist ihr besonders einfacher Aufbau. Alles, was du neben dem geeigneten Aufstellort benötigst, ist eine Außensteckdose in der Nähe. Eine Mini-PV-Anlage wird üblicherweise mit Schuko-Steckern geliefert. Damit ist der Aufbau nicht nur kinderleicht, sondern auch rechtssicher. 

Falls deine Solaranlage nur mit Wieland-Steckern ausgerüstet ist, kannst du sie mit einem Adapter an deine Schuko Steckdose anschließen.